Nachhaltige Schokolade? Geht!

Geschrieben von Nadine und Lilli.

Schokolade

Am Dienstag, den 29.09.2020, hatten wir, der Erdkunde-Leistungskurs der Q1, einen Gast im Unterricht, Vanne, die große Schwester unserer Mitschülerin Lea besuchte uns, um von der von ihr gegründeten Schokoladenfabrik in Ecuador zu berichten.

Nach ihrem Abitur reiste Vanne durch Südamerika und lernte in Ecuador eine Familie kennen, mit der sie auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland noch in Kontakt blieb.

2010 flog sie erneut zu der Familie nach Ecuador, um mit dieser eine Finca mit 56 Hektar Land zu kaufen. Ungefähr 5 Hektar dieser Fläche waren komplett gerodet, weshalb sie beschlossen, den Wald wiederherzustellen. Sie begannen dort, verschiedene Pflanzen, wie Yukka, Bananen und Kakao nach dem Prinzip einer Agroforstwirtschaft anzupflanzen.

Nach einigen Jahren begannen sie, den „Cacao Nacional“ anzubauen, einen besonders hochwertigen, geschmackvollen Kakao aus Ecuador, mit dem Vanne und die Familie beschlossen, Schokolade herzustellen. Nach langem Informieren, Versuchen und Experimentieren brachten sie die ersten akzeptablen Ergebnisse fertiger Schokolade hervor.

Mit der Zeit entwickelte sich das anfängliche Hobby zu einer kleinen Fabrik mit dem Namen Mashpi. Durch stetiges Verfeinern der Rezeptur der Schokolade gewannen sie sogar einige Preise, mit deren Preisgeldern sie sich Maschinen leisten konnten. Diese erleichterten die Herstellung der Schokolade deutlich und ermöglichten alle Arbeitsschritte vom Anbau der Kakaobohnen über die Schokoladenherstellung und Verpackung bis hin zum örtlichen Verkauf auf der Finca.

Heute zeichnet sich die Fabrik vor allem durch den ökologisch nachhaltigen Anbau des Kakaos aus. Die Bohnen werden nämlich nicht nur von Hand geerntet und nach Größen sortiert, die Schoten werden auch alle drei Tage auf Pilzbefall kontrolliert, was bei rund 680 Bäumen pro Hektar einen großen Aufwand mit sich bringt. Des Weiteren werden keine Pestizide benötigt da sich die Pflanzen durch die Agroforstwirtschaft und die damit zusammenhängende Symbiose selbst schützen und versorgen können. Das Gleiche gilt folglich auch für die anderen dort angebauten Pflanzen.

Diese werden zum Teil ebenfalls bei der Schokoladenherstellung verwendet und sorgen für eine Vielfalt an verschiedenen Schokoladensorten. Die Sorten unterscheiden sich auch im Anteil des Kakaogehaltes (60%, 80% und 100%). Die Mashpi-Schokolade kann man zwar noch nicht in Deutschland kaufen, da sie nicht exportiert wird, sie ist aber für umgerechnet ca. 2-3€ auf der Finca zu erhalten.

Im Namen des gesamten Kurses danken wir Vanne ganz herzlich für ihren Besuch.

 

Von Nadine und Lilli