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Gymnasium mit Geschichte

 

Hermann Haeck zum 89. Geburtstag am 7. Dezember 2005

Jedes Jubiläum ist ein Anlass, zurückzuschauen und besonders die Anfänge der Entwicklungen in den Blick zu nehmen, die uns dorthin geführt haben, wo wir heute stehen.

Wenn das EvB-Gymnasium ein Jubiläum feiert, bietet dies zunächst die Gelegenheit, an die Gründung der Schule und die wichtigsten Stationen ihrer Entwicklung zu erinnern. Die Studienräte Otto Hahn, Paul Engel und Josef Büchel haben in ihren Festschriftbeiträgen von 1930, 1955 und 1980 hierzu umfangreiches Material aus dem Schularchiv zusammengestellt, wobei die beiden letzteren natürlich auch auf die Arbeiten ihrer Vorgänger zurückgreifen konnten. Dem Lokalhistoriker Hans Kraus gelang es in der Festschrift von 1980, aus den Akten des ehemaligen Kreises Wipperfürth manches Detail hinzuzufügen.

Das Schuljubiläum legt es aber auch nahe, sich mit dem Beginn der gymnasialen Bildung in Wipperfürth zu beschäftigen, der unmittelbar mit dem Wirken der Franziskaner in der Stadt verbunden ist. Der Wipperfürther Geschichtsforscher Pfarrer Conrad Schmitz hat zahlreiche Informationen zu diesem Themenkomplex aus den Quellen erarbeitet und 1910 in seiner „Geschichte der Stadt Wipperfürth“ veröffentlicht. Otto Hahn konnte sich 1930 auf diese Ausarbeitung stützen, während Paul Engel Conrad Schmitz´ umfänglicheres Manuskript für die geplante zweite Auflage seiner Stadtgeschichte zur Verfügung stand. Einen wertvollen Einblick in die Bildungsarbeit der Patres ermöglichte Wilhelm Zimmermann mit seiner 2001 erschienenen Schrift „Die Franziskaner in Wipperfürth“, in der er Willibald Kobolts 1738 gedrucktes Werk „Die Groß- und Kleine Welt“ analysierte, das dem Unterricht zugrunde lag.

Damit auch im Jubiläumsjahr 2005 die Möglichkeit des „Rückblicks“ gewährleistet ist, sollen im Folgenden die wichtigsten Fakten der Schulgeschichte mit Ergänzungen im Detail zusammenfassend dargestellt und durch historisches Bildmaterial illustriert werden.

Im Grunde sind es mehrere Jubiläen, die in diesem Jahr gefeiert werden können.

Vor 300 Jahren:  Beginn des gymnasialen Schulbetriebs in Wipperfürth

Die Tradition der Schulbildung in der Stadt Wipperfürth reicht weit zurück. Wenn die erste schriftliche Nachricht von einer Stadtschule auch erst aus dem Jahr 1550 stammt, kann man doch mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass eine solche Einrichtung – wie in fast allen deutschen Städten – schon im 13. Jahrhundert existierte. Dass bereits die Stiftsherren des Kölner Apostelnstiftes, die im 12. Jahrhundert in Wipperfürth eine Filiale unterhielten und dort die Nikolauskirche erbauten, eine Stiftsschule betrieben, die nach ihrem Rückzug als „Küsterschule“ und dann als Stadt- oder Ratsschule weitergeführt wurde, ist möglich, urkundlich aber nicht belegt. Auffällig ist die erstaunlich hohe Zahl von aus Wipperfürth stammenden Studenten, die sich für den Zeitraum von 1392 bis 1550 an der Universität Köln nachweisen lassen; in einem Beitrag für die Festschrift von 1980 hat Hans Gerhard Senger sie als Beleg für eine „hervorragende Ausbildungsförderung“ gewertet. Die Stadt- oder Ratsschule war aber noch kein Gymnasium, sondern eine „schola trivialis“, auf der neben Schreiben, Lesen und Rechnen fakultativ auch Latein gelernt werden konnte.

Ihre erste schriftliche Erwähnung erfolgt in einem Visitationsbericht für den Landesherrn und lässt bereits zwei Themen anklingen, die die weitere Geschichte des Wipperfürther Schulwesens ständig begleiten werden: In Wipperfürth, heißt es, „ist eine schoil aber gein renten darzo“ (gibt es eine Schule, aber keine „Rente“ dazu); die Ratsherren „zeigen an, das sie gern wollen ire kindergen zu eren und dugten erleren lassen und haben einen gueden gesellen vur ire kinder aber gein renten“ (zeigen an, dass sie ihre Kinderchen gern zu ehrenhaftem Verhalten und Tauglichkeit erziehen lassen wollen, und sie haben einen guten Gesellen für ihre Kinder, aber keine „Rente“). Einerseits zeugt die Textstelle vom Interesse der Stadtväter, die Bildung der Kinder zu fördern, andrerseits von den Schwierigkeiten, dieses Vorhaben zu finanzieren. Gängige Lösung wäre eine private Stiftung, bestehend aus einem höheren Geldbetrag oder einem Landgut, gewesen, aus deren Ertrag, der „Rente“, die Kosten hätten bestritten werden können; eine solche fehlte aber. Obwohl die Schule dem Rat unterstand, erhielt der „ludimagister“ (Lehrer, „Schulmeister“) den Hauptanteil seines Gehalts von der Kirche, für die er als Organist tätig war.

Im Jahr 1639 ließen sich auf Wunsch des Stadtrats und des Pastors Franziskaner der Thüringischen Ordensprovinz in Wipperfürth nieder. Sie bezogen ein Haus am Marktplatz, das ihnen der in Köln lebende Thomas Düssel, Doktor beider Rechte, zum Geschenk machte. Dieser stammte selbst aus einer protestantischen Familie; sein Vater Peter Düssel, der in Wipperfürth Ratsherr, Bürgermeister und Richter war, gehörte zu den führenden Köpfen der lutherischen Gemeinde, die von 1610 bis 1622 bestand. Thomas Düssel starb 1657 als Katholik und wurde bei den Minoriten in Bonn bestattet; dafür, dass er bereits früher konvertiert war, spricht nicht nur seine langjährige Stellung als Geheimer Rat des katholischen Landesherrn, sondern auch die Bemerkung in einem von Otto Hahn zitierten zeitgenössischen Bericht, Düssel habe das Haus „zur Ehre Gottes und zum Eifer für das Seelenheil seiner Vaterstadt“ dem Franziskanerorden geschenkt. Der Landesherr genehmigte die Einrichtung des Konvents, der zunächst nur zwei Patres und zwei Laienbrüder umfasste. Bereits 1641 gaben die Franziskaner in ihrem Haus Privatunterricht. 1642 äußerten sie den Wunsch, eine höhere Schule zu gründen. Der Plan, für diesen Zweck das Hintergebäude des Hauses auf den nahen Berg zu verlegen, scheiterte aber am Einspruch Dr. Düssels. Da die Sächsische Ordensprovinz des Franziskanerordens durch die Wipperfürther Niederlassung der Thüringischen ihre Rechte verletzt sah und mit ihrem Einspruch Erfolg hatte, übernahm sie 1648 den Wipperfürther Konvent. Das Vorhaben der Schulgründung griffen die neuen Patres mit großem Eifer auf, entsprach es doch dem 1627 auf einem Provinzialkapitel gefassten Beschluss, dass die Franziskaner der Sächsischen Ordensprovinz überall dort, wo sie sich niederließen, höhere Schulen ins Leben rufen sollten. Bis zur Verwirklichung des Plans sollte es aber noch einige Jahrzehnte dauern.

Nachdem der Magistrat den Patres 1659 auf ein entsprechendes Gesuch hin „zu Gotts und des heyligen Francisci ehr“ einen Platz auf dem Krähenberg, dem heutigen „Klosterberg“, der von den Mönchen selbst den Namen „Calvarienberg“ erhielt, überlassen und 100 Taler für die Kirche bewilligt hatte, entstand hier eine bescheidene Kapelle mit einem einfachen Klosterbau. Durch Kollektenreisen und die Spenden wohlhabender Bürger kam das Geld für eine großzügigere Anlage zusammen, die in den Jahren 1670 bis 1674 errichtet wurde; die Verlängerung des Westflügels nach Süden entstand erst 1780. Besondere Verdienste um die Verwirklichung des Projekts erwarb sich Bürgermeister Johannes Hesberg, dessen Wappenstein über der Sakristeitür eingelassen wurde und sich heute über dem inneren Portal des Klostergebäudes befindet.

Nach der Vollendung des Klosterbaus und der damit verbundenen personellen Erweiterung des Konvents dauerte es noch einmal 16 Jahre, bis der Landesherr die Gründung des Gymnasiums bewilligte; erst mussten durch Sammlungen und Stiftungen die Mittel beschafft werden, die die Einrichtung der Schule ermöglichen und ihren Bestand sichern sollten. Am 20. April 1690 wurde die Stiftungsurkunde ausgestellt, die aber einen weiteren „Stolperstein“ enthielt: Die kurfürstliche Regierung wollte das Gymnasium nicht im Kloster, sondern in einem eigenen Gebäude untergebracht wissen. Durch diese Bedingung verzögerte sich der Beginn des Schulbetriebs um weitere 15 Jahre. Wieder war man auf private Stifter angewiesen, und es dauerte einige Zeit, bis man solche gefunden hatte. 1702 stiftete der Bürger de Berghes 500 Taler, im folgenden Jahr fügte sein Bruder Dechant de Berghes noch einmal 100 Taler hinzu – mit der Bedingung, dass das zu erwerbende Gebäude, falls das Gymnasium nicht zustande komme oder wieder eingehe, seinem Bruder als steuerfreies Eigentum zufallen solle. Eine aus der Nikolauskirche stammende Grabplatte der Familie de Berghes hat sich erhalten und liegt heute in der Grünanlage bei der Sakristei.

1705 kaufte der Magistrat für 50 Taler ein Haus „an der Krakau obij (oberhalb) der Marpforten“ und überwies es den Patres als „studentenschuhl“. Das Gymnasial­gebäude war ein bescheidenes Wohnhaus am oberen Ende der Salzgasse (heute „Zur Krakenburg“) und grenzte unmittelbar an die Stadtmauer. Als „Krakau“ bezeichnete man den steilen Abhang des Krähenberges zum Nackenborner Weg (heute „Ringstraße“) hin; die „Mahrpforte“ war ein Mauerdurchlass an der Südostecke des Marktplatzes, auf den sich wahrscheinlich die volkstümliche Bezeichnung „Muselock“ (Mauseloch) bezieht. Die isolierte Lage des Schulgebäudes am Rande der Stadt gereichte ihm beim Stadtbrand von 1795 zum Vorteil; zu den wenigen geretteten Gebäuden gehörte „auch die alte studentenschuhl nebst dem daran liegenden Häußgen“. Von 1806 bis 1878 war hier die Elementarschule untergebracht (Knabenschule bis 1826, Mädchenschule ab 1826). 1887 brannte das Haus ab.

Die Franziskaner begannen sofort mit der Unterrichtstätigkeit. Sie nannten ihre Schule nach dem heiligen Antonius von Padua, dem Patron der Klosterkirche, „Gym-nasium Antonianum“. Nach fünf Jahren umfasste dieses die damals üblichen Klassen – Infima, Secunda, Syntaxis, Poetica, Rhetorica –, die man durchlaufen musste, um ein Universitätsstudium aufnehmen zu können. Das Ziel der Studien bildeten „vera pietas veraque eruditio“ (wahre Frömmigkeit und wahre Bildung). Neben Religion wurde zunächst fast ausschließlich Latein unterrichtet, das damals die Gelehrten-sprache und die Amtssprache der Universitäten war. Auf der „schola trivialis“ erworbene Grundkenntnisse waren Voraussetzung für die Aufnahme am Gymnasium; die drei unteren Klassen vermittelten dann den sprachlich richtigen, die Poetica den schönen und die Rhetorica den überzeugenden Gedankenausdruck.

Die Schule war für heutige Begriffe winzig klein – sie hatte drei Lehrer, von denen einer der Präfekt war, und bis zu 28 Schüler –, ihre Anziehungskraft wird aber schon durch eine Notiz von 1714 bewiesen, in der es heißt, dass auch Auswärtige und Protestanten, ja sogar Söhne von Predigern, die Anstalt besuchten.

Das Schuljahr begann und endete im Herbst. Besonders begabte Schüler konnten auch damals schon „springen“, d. h. sie stiegen bereits zu Ostern in die nächste Klasse. Der Unterricht dauerte von 7 Uhr bis 9.30 Uhr und von 13 Uhr bis 15.30 Uhr. Die Teilnahme am Gottesdienst, dem eine geistliche Lesung voranging und eine Predigt nachfolgte, war tägliche Übung. Die Ferien gingen vom 29. September bis zum 3. November und vom 21. bis zum 29. Dezember. Vom 3. November bis zum 1. Mai gab es wöchentlich einen ganzen Tag und vom 1. Mai bis zum 29. September zweimal wöchentlich einen halben Tag frei.

Von der Stadt erhielt das Kloster für jeden unterrichtenden Pater jährlich 50 Taler; die Ämter Steinbach und Bornefeld hatten auf Anordnung des Landesherrn, da aus ihrem Bereich die meisten Schüler stammten,  jeweils 100 Taler zu zahlen. Die Schüler selbst entrichteten ein Kerzen- und Holzgeld.

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es in den Erzbistümern Köln und Münster zu tiefgreifenden Reformen im Bildungswesen; das Stichwort „katholische Aufklärung“ weist auf den Zusammenhang zwischen gelebtem Glauben und dem Gebrauch der dem Menschen vom Schöpfer verliehenen Vernunft hin. Minister Franz von Fürstenberg erließ 1768 für die Gymnasien des Hochstifts Münster eine Schulordnung, in der das Bildungsziel so formuliert ist: „Der öffentliche Unterricht soll dem Schüler Begriffe und Kenntnisse von Gott, von sich und seinen Pflichten, von den Wesen um ihn her und von den Schicksalen der Menschheit verschaffen. Höchster Zweck der Erziehung ist die Erhebung der eigentlichen Menschlichkeit im Menschen im Sinne der Vernunft und des Christentums, das ist eine durch das Christentum veredelte Humanität.“ Mathematik, Naturgeschichte, Geschichte, Erdkunde, Deutsche Sprache und Philosophie wurden als Unterrichtsfächer vorgeschrieben. Der bislang dominierende Lateinunterricht bekam eine andere Ausrichtung; die Auffassung der Jesuiten, dass auf der ganzen Welt alles Wissenschaftliche nur in lateinischer Sprache mitgeteilt und behandelt werden solle, lehnte Fürstenberg ebenso ab wie die bisher gängige Unterrichtspraxis von Rede- und Schreibübungen als Nachahmung einzelner Sätze klassischer Autoren; vielmehr sollten lateinische Texte durch Zergliederung erschlossen und die allgemeinen grammatischen Regeln gefunden und gelernt werden.

Da die Wipperfürther Franziskaner zur Sächsischen Ordensprovinz gehörten, die dem Bistum Münster zugeordnet war, übernahmen sie die Forderungen der Fürstenbergschen Schulordnung nach zeitgemäßen Unterrichtsgegenständen und fortschrittlichen didaktischen Methoden. Falls das 1738 gedruckte Werk „Die Groß- und Kleine Welt“ des Benediktinerpaters Willibald Kobolt schon vorher die Grundlage ihres Unterrichts darstellte, waren sie auf die Neuerungen auch bestens vorbereitet.

Es ist ein wahrer Glücksfall, dass sich dieses 675 Seiten starke Buch, dessen Herkunft aus der Bibliothek des Wipperfürther Franziskanerklosters durch entsprechende Eigentums­vermerke gesichert ist, in der Nachbar­pfarre Wipperfeld erhalten hat. Der Titel zielt auf die herkömmliche Unter­scheidung zwischen dem Makro-kosmos, der uns umgebenden, durch den Schöpfer geordneten unbelebten und belebten Natur von den Himmels-körpern bis hin zu den Pflanzen und Tieren, und dem Mikrokosmos, dem Menschen, in dem „auf eine höchst vollkommne Weiß der himmlische Werckmeister, der allmächtige Gott ... den Macro-cosmum, oder die grosse Welt, das ist alle Geschöpff gleichsam eingeschlossen und einigermassen vorgebildet hat“. Der Tradition verhaftet ist auch die moralische Ausrichtung dieser Kosmologie; die Analogie zwischen Mikro- und Makrokosmos ist die Voraussetzung dafür, dass aus dem Studium der Natur moralische Unterweisungen für den Menschen entwickelt werden können; die Ordnung des Makrokosmos wird zum Leitbild für ein „ordentliches“ Leben des Menschen.

Dass Kobolt in der mittelalterlichen Tradition wurzelt, zeigt auch die Wiedergabe der überlieferten Gleichnisse und Geschichten. Hierbei ist allerdings eine bedeutsame Akzentverschiebung zu beobachten: Der Autor bezeichnet sie als das „Saltz“, mit dem er seine moralischen Ausführungen würzt, und hebt damit ihren Unterhaltungswert hervor; gleichzeitig regt er seinen Leser zum selbständigen Urteilen an: „Nun mag der geneigte Leser biß zur eigenen Erfahrung hiervon glauben, was ihm beliebt.“ Dass Kobolt vom Geist der Aufklärung berührt ist, zeigt auch seine Einsicht, dass es verschiedene Ansichten der Wahrheit geben kann; nachdem er erzählt hat, dass auf Befehl der Göttin Minerva alle Wissenschaften zusammenkamen „zu dem End, dass sie erforschen und entscheiden sollen, was der Mensch seye“, und deren Aussagen kurz nebeneinander gestellt hat, schreibt er: „Ich lasse diese Meinungen alle in ihrem Werth verbleiben.“

In jedem Kapitel des Werkes geht der Verfasser von naturkundlicher Beobachtung aus und kommt dabei häufig nahe an physikalische Begriffe und Theorien der Neuzeit heran. Modern ist in jedem Falle die Tendenz, den Leser zum eigenen Beobachten und Urteilen einzuladen. Kobolts großes Interesse an der Naturbeobachtung wird schon darin deutlich, dass der Umfang der betreffenden Ausführungen den der moralischen Deutung manchmal weit hinter sich lässt. Bemerkenswert ist auch sein praktisches Interesse, wenn er zum Beispiel bei den Darlegungen über die Heilkräuter ausführlich ihren Anbau, ihre Pflege sowie ihre Zubereitung und ihre Anwendungsmöglichkeiten beschreibt.

Obwohl sicher in erster Linie für den Religionsunterricht bestimmt, konnte Kobolts Werk bei entsprechender Auswahl der Texte auch für einen zeitgemäßen Unterricht in Naturkunde, Erdkunde, Geschichte und Philosophie in allen fünf Klassen des Gymnasiums eingesetzt werden.[1]

In Folge der Fürstenbergschen Reformbestrebungen kam es 1782 zu einem verbindlichen Lehrplan für die rechtsrheinischen Gebiete von Kurköln.[2] Deutsche und lateinische Sprache, Glaubens- und Sittenlehre, Geschichte und Geographie sowie Arithmetik und Geometrie wurden Pflichtfächer an allen Gymnasien. Diese neue Verordnung war allerdings mit einer Tendenz verbunden, die, wenn sie um sich greifen sollte, auch bei den Wipperfürther Franziskanern Sorgen wecken musste. Um die Reformen schneller durchsetzen zu können, wollte man den Orden die Leitung der Gymnasien entziehen und diese praktisch verstaatlichen. Nachdem es 1783 zu ersten Schulschließungen im kurkölnischen Sauerland gekommen war, gegen die die betroffenen Städte energisch protestierten, wurde eine Regelung gefunden, nach der den Orden das Recht der Anstellung, Versetzung und Entfernung eines Lehrers genommen wurde. Dies spornte die Klöster an, fähige Mitglieder der Ordens-gemeinschaft ausbilden zu lassen, um sie dann der Schulkommission zur Prüfung zu stellen. Verstaatlicht waren die Lehrer der Klosterschulen auch insofern, als sie aller klösterlichen Pflichten entbunden waren.

Als besonders fortschrittliche Ausbildungsstätte galt die Bonner Akademie, die 1784 zur Universität erhoben wurde. Hier begegnen wir einem „Adrianus ex Wipperfuhrt“ als Schüler des Theologen Anton Dereser, der Bibelexegese im aufklärerischen Sinne betrieb; das heißt, dass er das wörtliche Verständnis von Wundergeschichten ablehnte und sie als Volkssagen, belehrende Fabeln oder poetische Einkleidungen deutete bzw. eine vernünftige Erklärung für so genannte Wunder vortrug. Er begründete dies so: „Wer diese Auslegung für irrig und für fromme Ohren gefährlich halte, der solle einmal überlegen, ob es besser sei, beim Alten zu bleiben und unsere Religion durch Nebensachen unannehmbar zu machen oder neue Erklärungen zu geben, wodurch der Spott der Ungläubigen einfacher gehoben und die Ehre der heiligsten Urkunden der Offenbarung kräftiger geschützt werden.“ In einer von Dereser veranlassten exegetischen Schrift zu Matthäus, Kapitel 16, Vers 13 ff., die im September 1789 erschien, leugnet Adrianus die Monopolstellung des Petrus hinsichtlich der Ausbreitung der Lehre Christi, und prompt wird das Werk am 5. Februar 1790 durch die Indexkongregation verurteilt. Für die Geschichte des Wipperfürther „Gymnasium Antonianum“ ist dieses Detail wichtig, weil der im Geiste der Aufklärungstheologie ausgebildete „Adrianus ex Wipperfuhrt“ aller Wahr­scheinlichkeit nach mit Adrian Burgmer (geb. 29. März 1766 in Wipperfürth, gest. 1838 ebenda) identisch ist, der knapp 30 Jahre später der letzte verbliebene Lehrer der Schule sein sollte.

Der verheerende Stadtbrand vom 3. September 1795 war für die Wipperfürther Franziskaner eine Katastrophe. Das Feuer, das in der Brauerei einer Witwe Burgmer unterhalb der Klosterkirche ausgebrochen war, griff auf die Baulichkeiten über; die Kirche verlor ihr Dach, das Klostergebäude brannte völlig aus. Die Bürgerschaft konnte keine nennenswerte Hilfe leisten, da fast die gesamte Stadt in Trümmern lag und der Magistrat allein 10.000 Taler aufnehmen musste, um die Kontributionen an die am 11. September eingerückten französischen Truppen zahlen zu können. Um Kirche und Kloster vor dem gänzlichen Verfall zu retten, musste man sie provisorisch mit Stroh eindecken. Die Wiederherstellungsarbeiten beanspruchten so gewaltige Summen, dass die Mitglieder des Konvents in materielle Not gerieten; in einem Schreiben des Guardians an den Magistrat ist sogar von Brotmangel die Rede. Der Schulbetrieb lief indessen weiter, da die „studentenschuhl“, wie bereits erwähnt, von den Flammen verschont geblieben war.

Weitere Bedrängnisse brachte in den folgenden Jahren die politische Entwicklung mit sich. Der von Napoleon erzwungene Anschluss des linken Rheinufers an Frankreich führte 1803 zum Ende zahlreicher Kleinstaaten, mit deren Gebieten einige Mittelstaaten entschädigt wurden. Mit der Säkularisation wurden nicht allein die geistlichen Gebiete in weltliche Hände überführt, sondern auch alle Orden aufgelöst und ihre Besitzungen dem jeweiligen Landesherrn zugeschlagen. Von der am 30. Juni 1804 erlassenen entsprechenden Verordnung des zuständigen Kurfürsten Max Joseph von Bayern waren auch die Wipperfürther Franziskaner betroffen. Wer nicht austrat oder eine Pfarrstelle übernahm, hatte sich in ein Zentralkloster zu begeben, das in Altenberg eingerichtet werden sollte. Gegen diesen Plan lief der Wipperfürther Magistrat Sturm. Die zahlreichen Eingaben zeigen, dass das Kloster und vor allem das auch von vielen Auswärtigen besuchte Gymnasium für die notleidende Stadt einen nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellten: „Es läßt sich nicht begreifen, wie es möglich seyn könne, daß eine Stadt, die so viele Schicksale erlitten hat, über die das Verhängniß jeden Wohlstand entfernt zu haben scheint, annoch beweint und jetzt unterm Schein des Religions-, Cultus- und Staatsinteresse ihre letzte Nahrungsquelle angegriffen werden könnte.“ Die Hartnäckigkeit des Magistrats wurde insofern belohnt, als nun Wipperfürth Sitz des Zentralklosters wurde und der Landesherr zusagte, dass die Franziskaner ihre Unterrichtstätigkeit fortsetzen dürften, bis man sie durch weltliche Kräfte ersetzen könne. Die Stadt nahm die Schule nun offiziell unter ihre Verwaltung. Weil sie im bisherigen Schulgebäude die Knabenschule unterbringen wollte, musste das Gymnasium 1806 in den östlichen Flügel des Klostergebäudes umziehen.

Da mit der Auflösung des Konvents der staatliche Zuschuss von 200 Reichstalern weggefallen war und die Stadt ihren Anteil, 50 Reichstaler jährlich, nur noch für zwei der drei Lehrer zahlte, verschlechterten sich die finanziellen Bedingungen für die unterrichtenden Patres dramatisch. 1806, als das Herzogtum Berg französisch wurde, zahlte die Stadt nur noch jeweils 35 Reichstaler. Da die in furchtbarer Armut lebenden Mönche sich weigerten, unter diesen Umständen den Unterricht fortzusetzen, beschloss der Stadtrat am 11.11.1806 eine neue Lösung, die aber nicht nur den Franziskanern zugute kam: die Stadtkasse zahlte jetzt gar kein Gehalt mehr, dafür musste jeder Schüler 10 Reichstaler Schulgeld entrichten. Ein städtischer Schulinspektor trieb die Gebühren ein und führte die Aufsicht; entsprechend den neuen Herrschaftsverhältnissen hatte er dafür zu sorgen, dass der Unterricht in der französischen Sprache, der offenbar schon vorher eingeführt worden war, verstärkt betrieben wurde.

1812 wurde das Zentralkloster nach Neviges-Hardenberg verlegt; allein die unterrichtenden Patres durften in Wipperfürth bleiben. Als 1814 nur noch zwei übrig waren, gab Adrian Burgmer 1815 seine Pfarrstelle in Geistingen auf, um als Lehrer am Gymnasium seiner Vaterstadt tätig zu werden. 1817 unterrichtete außer ihm nur noch Pater Wissing. Als dieser 1818 starb, hörte das Gymnasium auf zu bestehen. Wipperfürth war 1815 preußisch geworden und der preußische Staat war damit Eigentümer von Kirche und Klostergebäude. Vertreten wurde er von dem staatlicherseits eingesetzten ortsfremden Bürgermeister Diesterweg, der von Pater Burgmer durch einen Gerichtsboten die Schlüssel verlangte. Als Burgmer diesem die Übergabe verweigerte und persönlich auf dem Amt erschien, wurde er vom Bürgermeister grob angefahren. Dennoch kam er der Aufforderung, das Kloster zu verlassen, erst nach einem entsprechenden Befehl des Landrats nach. Er blieb in Wipperfürth und wurde zunächst unter Pastor Köster, der selbst dem Franziskanerkonvent auf dem Klosterberg angehört hatte, Vikar des St. Petrusaltares. Als Kösters Nachfolger amtierte er von 1824 bis 1834 als Pfarrer an St. Nikolaus.

Die ehemalige Klosterkirche wurde zunächst noch ab und zu für den Gottesdienst genutzt, 1822 aber wegen der Gefährdung der Gläubigen durch einen angeblich drohenden Gewölbeeinsturz ganz geschlossen. Das Klostergebäude, das man ohne Erfolg zum Verkauf angeboten hatte, blieb bis 1826 ungenutzt.

Vor 175 Jahren:  Gründung des städtischen Progymnasiums

Im Stadtbrand von 1795 hatte Wipperfürth sein Rathaus, das Ende des 16. Jahrhunderts durch den Umbau der ausgebrannten Petruskirche am Markt entstanden war und in dem auch das Gericht tagte, verloren. In den Folgejahren amtierte der Bürgermeister in seinem Wohnhaus. Das leer stehende Klostergebäude bot nun die Chance, diesem Provisorium ein Ende zu setzen und auch für das Gericht und das Gefängnis Räumlichkeiten einzurichten. Offenbar wurde aber auch das Fehlen einer höheren Schule sehr bald als schmerzlich empfunden, denn als die Stadt den preußischen König Friedrich Wilhelm II. 1826 um die Überlassung des Klostergebäudes zu Gemeindezwecken bat, nannte sie die Gründung einer Mittelschule bzw. eines Progymnasiums als einen dieser Zwecke.

Dieser Bitte wurde mit Schreiben vom 3. Juni 1826 entsprochen: „Ich genehmige auf Ihren ... Antrag vom 20. vorigen Monats, daß der Stadtgemeinde Wipperfürth das Gebäude des aufgehobenen Franziskanerklosters daselbst mit Zubehör zur Errichtung eines Rathauses, eines Friedensgerichts-Gefängnisses und eines Sitzungsortes für dieses Gericht, imgleichen einer Mittelschule (Progymnasium) gegen die Verpflichtung der Errichtung und Erhaltung des Gebäudes zu den bemerkten Zwecken, und der Ausstattung der Schule ohne Zutritt der Staats-Kasse unentgeltlich überlassen werde.“

Als erstes bewilligte der Rat nun 1.200 Taler, um in einem Teil der unteren Räume des ehemaligen Klosters die Elementarschule für Jungen unterbringen zu können. Bis 1830 wurde aus städtischen Mitteln und mit Hilfe von Spenden aus der Bürgerschaft der Rest des Gebäudes instand gesetzt; die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 3.000 Taler. 1829 konnte die Klosterkirche wieder eröffnet werden. Im selben Jahr wurde im Westflügel das Gefängnis eingerichtet.

Um die Stadtkasse zu schonen, wurde unter Zustimmung der weltlichen und geistlichen Behörden vom 14. Oktober 1829  das seit 1361 bestehende Benefizium „Beatae Mariae Virginis“ dergestalt mit der zu gründenden Schule verbunden, dass ihr Rektor immer zugleich Vikar des Marienaltares in der Nikolauskirche sein und damit aus dem Ertrag der an diesem Altar haftenden Stiftung bezahlt werden sollte; diese Regelung galt bis 1902.[3] Der Rektor sollte zudem von der Stadt jährlich 50 Taler erhalten und eine Dienstwohnung im Schulgebäude sowie die Hälfte des früheren Klostergartens überlassen bekommen.

Im Juli 1830 wurde eine städtische Schulkommission, bestehend aus dem Landrat als Vorsitzenden, dem Pastor und fünf anderen Bürgern, gebildet. Es entbehrt nicht der Pikanterie, dass Landrat Schumacher Pfarrer Burgmer, den er zwölf Jahre zuvor aus dem Kloster gewiesen hatte, nun mit höflichen Worten zur Mitarbeit einlud. Diese Kommission kündigte am 23. August im Amtsblatt die Eröffnung eines Progymnasiums in Wipperfürth an: „Es wird dahier zu Wipperfürth ein Pro-gymnasium, bei welchem 3 Lehrer angestellt werden sollen, errichtet, und soll diese Anstalt in dem dafür planmäßig ausgebauten und eingerichteten ehemaligen Franziskaner-Klostergebäude, welches des Königs Majestät hauptsächlich für diesen Zweck der hiesigen Stadtgemeinde als ein landesherrliches Geschenk huldreichst zu überweisen geruht haben, mit dem ersten November dieses Jahres eröffnet werden. Der Unterrichtsplan wird so festgestellt werden, daß die Anstalt in ihren Klassenabstufungen von unten herauf mit denen der Königlichen Gymnasien bis Tertia einschließlich in den verschiedenen Lehrgegenständen gleichen Schritt halte.“ Als Schulgeld wurden jährlich 12 Taler, als Aufnahmegeld  und als Brandgeld je 2 Taler festgesetzt. 200 Taler erhielt die Stadt aus dem Bergischen Schulfonds; diese Summe wurde von 1844 an wegen des ständigen Defizits auf 400 Taler erhöht.

Am 5. Dezember bringt die Königliche Regierung die erfolgte Eröffnung der Schule im Amtsblatt dem „Publikum“ zur Kenntnis: „An die Stelle des ehemals in Wipperfürth bestandenen Gymnasiums ist in dem neu ausgebauten ehemaligen Klostergebäude daselbst ein Progymnasium in seinen beiden unteren Klassen am 4. November ... wieder eröffnet und mit zweien Lehrern provisorisch besetzt worden, bis über die Richtung, welche das Bedürfnis der Stadt und Umgebung für diese Anstalt erfordert, eine nähere Bestimmung erfolgen kann. “ Es wurde hier also noch offen gelassen, ob die Schule auf Dauer Progymnasium oder Mittelschule (Höhere Bürgerschule, Realschule) sein sollte.

span style="font-family:Arial">Erster Rektor wurde der junge Geistliche Johannes Bell, der sich seiner Aufgabe mit großem Eifer widmete, aber schon nach drei Jahren Wipperfürth wieder verließ. Als sein Nachfolger wird Dr. Konrad Martin genannt; da er das Amt aber erst 1836 antrat und der spätere Schulleiter Dechant Dünner von einer „Wiedereröffnung“ spricht, muss man annehmen, dass die Schule den Betrieb für eine gewisse Zeit ganz eingestellt hatte. Dr. Martin wies dementsprechend auf die „Schwierigkeiten“ hin, mit denen er sich beim Antritt seines Amtes konfrontiert sah. Er verließ Wipperfürth 1840; 1856 wurde er Bischof von Paderborn. Im Kulturkampf erwarb er sich wegen seiner unbeugsamen Haltung den Ehrennamen „Bekennerbischof“. In Wipperfürth hat man eine Straße nach ihm benannt.

Auf Konrad Martin folgte Wilhelm Müller. Nach den Jahren des Aufbaus umfasste die Schule vier Klassen, Sexta, Quinta, Quarta und Tertia, die aber bei nur drei Lehrern zum Teil gemeinsam unterrichtet wurden. Erst als Müller Gerhard Burgartz, den Inhaber der seit 1731 bestehenden Vikarie St. Michael, als Aushilfskraft einstellte, konnten vier förmlich getrennte Klassen eingerichtet werden. Mit dem Abschluss der Tertia hatten die Schüler die Berechtigung erworben, in die Sekunda eines vollständigen Gymnasiums zu wechseln, wo sie am Ende der Prima das Abitur ablegen konnten.

 

Als Wilhelm Müller 1844 wieder in die Seelsorge ging, übertrug die Königliche Regierung in Köln die einstweilige Leitung der Schule dem Wipperfürther Pfarrer, Landdechanten und Schulpfleger Johann Wilhelm Dünner . Gerhard Burgartz wurde ihm als Konrektor zur Seite gestellt. 1845 entwarf Dünner in einem gutachtlichen Bericht an die Regierung das „Schulprogramm“ der Anstalt, die sich jetzt als Progymnasium und Höhere Bürgerschule definierte. Dünner skizziert zunächst allgemein die jeweiligen Ziele, um dann auf die spe-ziellen Verhältnisse seiner Schule einzugehen: „Die Höhere Bürgerschule hat bei der intellektuellen Ausbildung der Schüler mehr den gebildeten Bürger als den Gelehrten im Sinne der klassischen Bildung im Auge. Sie sieht daher vorzugsweise auf Kenntnisse und Übung in den lebenden Sprachen, auf geschickte Fertigkeit in der Anwendung derjenigen Wissenschaften, welche unmittelbar in´s bürgerliche Leben eingreifen, welche die Träger und Fortbildner der Industrie, des Handels und gesellschaftlicher Zustände sind; sie soll ihre Schüler befähigen, im höheren socialen, bürgerlichen und commerziellen Leben eine würdige und allgemein nützliche Stellung auszufüllen. ... Die hiesige Anstalt sucht seit einer Reihe von Jahren ein doppeltes Ziel zu erstreben. Sie will als Progymnasium denjenigen Schülern, welche in Zukunft sich den höheren Studien widmen wollen, die unteren und mittleren Klassen eines vollständigen Gymnasiums ersetzen; daneben hält sie auch die Richtung einer höheren Bürgerschule im Auge, um denjenigen, welche später kein gelehrtes Fach ergreifen, sondern in´s bürgerliche Leben übertreten wollen, hier Gelegenheit zu geben, sich für ihre spätere Lebensweise, soweit dies an unserer Anstalt, ohne der Richtung eines Progymnasiums merklich zu schaden, möglich ist, einige nähere Vorbereitung zu verschaffen.“ In der Praxis sah das so aus, dass von Quarta an in einzelnen parallel laufenden Stunden eine Differenzierung gemäß der beiden Richtungen erfolgte. Dünner merkt aber auch an, dass „die meisten, welche nicht fortstudieren wollen“, die Schule bereits nach der Quarta verlassen.

Auch Gerhard Burgartz, der 1846 für die nächsten 38 Jahre die Leitung der Schule übernahm, orientierte sich an dieser zweifachen Zielsetzung. Er war bemüht, den Lehrplan den örtlichen Verhältnissen anzupassen, um auch den Bürgersöhnen, die früh ins Berufsleben eintreten wollten oder mussten, eine adäquate Ausbildung zu vermitteln; hierzu gehörten die Aufmerksamkeit, die dem kaufmännischen und praktischen Rechnen geschenkt wurde, und die Einführung des Faches Handlungswissenschaft in den beiden oberen Klassen. Auf der anderen Seite legte er Wert darauf, den Charakter der Schule als Progymnasium deutlich zu akzentuieren. In der Jahresschrift von 1855 umreißt er den Aufbau und die Ziele seiner Schule: „Die Anstalt verfolgt neben der Richtung eines Progymnasiums nach Kräften auch die einer Höheren Bürger- oder Realschule; sie hat vier möglichst getrennte Klassen, welche, wie die vier unteren Klassen eines vollständigen Gymnasiums oder einer vollständigen Höheren Bürgerschule, die Schüler stufenweise vorbereiten zum Eintritt in die Sekunda der betreffenden vollständigen Anstalten. Das Lateinische ist zwar in allen vier Klassen fakultativ, wurde aber fast ohne Ausnahme von allen Schülern betrieben. Diejenigen, welche kein Latein lernten, ... hatten in diesen Stunden Übungen im Schönschreiben oder mussten das in den französischen Stunden Durchgenommene für sich wiederholen oder memorieren. In den beiden unteren Klassen haben die Gymnasiasten mit den Realisten gleich viel Französisch; in den beiden oberen Klassen hingegen haben letztere wöchentlich zwei Stunden Französisch mehr. Das Englische beginnt regelmäßig erst in Tertia.“

Die erfolgreiche Entwicklung, die die Schule nahm, lässt sich einerseits daran ablesen, dass der Stadt- und Gemeinderat am 21. September 1847 einstimmig beschloss, die vierklassige Anstalt aufrechtzuerhalten und die Kosten zu übernehmen, falls die Schulgelder und der jährliche Zuschuss aus dem Bergischen Schulfonds nicht ausreichen sollten. Zum anderen wurde sie dadurch bestätigt, dass das Königliche Unterrichtsministerium die Schule am 11. Dezember 1855 definitiv als Progymnasium anerkannte. 1859 wurde sie von 46 Schülern besucht, von denen 5 der Tertia, 11 der Quarta, 7 der Quinta und 23 der Sexta angehörten. Die Verteilung der Zahlen zeigt, dass sich an der von Dechant Dünner genannten Tendenz, schon nach der Quarta ins bürgerliche Leben überzugehen, nichts geändert hatte.

Um die Attraktivität der Schule weiter zu erhöhen, strebte Rektor Burgartz die Erweiterung um eine fünfte Klasse, die Sekunda, an; mit deren Abschluss erwarben die Schüler die Berechtigung, das „Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst“ zu erhalten. Hieraus erklärt sich die noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gängige Bezeichnung „Einjähriges“ für die so genannte mittlere Reife. Die Auflagen der Regierung – Ausstattung eines fünften Klassenzimmers, Einrichtung zweier neuer Lehrer­stellen für Mathematik und Naturwissenschaften, durch die die Lehrerzahl sich auf sechs erhöhte, und Vorlage eines neuen Lehrplans – waren bis Mitte 1868 erfüllt. Am 15. Oktober wurde die Genehmigung erteilt, wobei Rektor Burgartz, der zeitweise Mitglied des Preußischen Landtags war, seine politischen Verbindungen geholfen haben mögen. Mit der Aufstockung um eine fünfte Klasse verlor die Schule ihren bisher gepflegten Doppelcharakter. Eine weitere Konsequenz war, dass sie nun der Aufsicht des Provinzialschulkollegiums in Koblenz unterstellt wurde. Streitigkeiten gab es wegen der höheren Kosten; die Hauptlast trug zwar die Regierung, die Stadt wollte ihren Anteil aber trotz einer 1873 vorgenommenen Erhöhung des Schulgeldes auf 24 Taler nicht übernehmen. Die Regierung wiederum glaubte wohl nicht an die von der Stadt geltend gemacht Armut. Erst nachdem das Provinzial-Schulkollegium 1893 „die allmähliche Auflösung des hiesigen Progymnasiums“ angeordnet hatte, gab die Stadt nach. Ungeachtet dieser Auseinandersetzungen erwarb am 2. September 1872 der erste Schüler das „Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst“. Drei ehemalige Schüler waren kurz zuvor im deutsch-französischen Krieg gefallen. Bis 1878 erhöhte sich die Zahl der „Einjährigen“ auf 39. Die Schülerzahl stieg bis 1879/80 auf 73.

Die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts brachten für die Gymnasien zwei wesentliche Neuerungen. Die Schulzeit wurde durch die Aufteilung der Tertia in eine Unter- und Obertertia und der Sekunda in eine Unter- und Obersekunda um zwei Jahre verlängert, und das Schuljahr begann ab 1876 nicht mehr im Herbst, sondern zu Ostern. Auf zwei weitere Klassen war die Wipperfürther Anstalt weder räumlich noch personell vorbereitet; man behalf sich mit je einem zweijährigen Kurs, in dem die meisten Fächer nach dem heute so genannten Prinzip des „Epochenunterrichts“ gelehrt wurden. Die Obersekundaner erwarben dann durch eine besondere Prüfung die Berechtigung, in die Prima eines Vollgymnasiums überzugehen. Allerdings wurde diese Übergangsprüfung bald wieder abgeschafft, da die meisten Schüler, um ihr zu entgehen, schon nach der Untersekunda wechselten. Ab 1892 durften nur noch Vollgymnasien eine Obersekunda einrichten; das Wipperfürther Progymnasium hatte jetzt sechs Klassen und sieben Lehrer.

Gerhard Burgartz erlebte als Schulleiter noch den 50. Jahrestag der Gründung des Progymnasiums, der aber wegen des Fehlens einer Aula nicht feierlich begangen werden konnte. 1884 ließ Burgartz sich wegen Abnahme seiner Kräfte in den Ruhestand versetzen; er war 73 Jahre alt. Im folgenden Jahr starb er.

Vor 100 Jahren:  Das erste Abitur  –  die Anerkennung als Gymnasium

Auf den langjährigen Rektor Burgartz folgte Peter Joseph Breuer. In seine Amtszeit fallen die Bemühungen, das bisherige Progymnasium in ein Vollgymnasium umzuwandeln. Durch Erlass vom 12. Februar 1901 genehmigte der Minister den Ausbau der Anstalt von Ostern 1901 an, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, „daß 1. für die Erweiterung jetzt und in Zukunft eine Erhöhung des derzeitigen Staatszuschusses der Anstalt nicht beansprucht wird, 2. nach den Festsetzungen der Aufsichtsbehörde das Lehrerkollegium ergänzt und für die Anstalt die erforder-lichen Räumlichkeiten beschafft werden“. Da schon die An­stellung neuer Lehrkräfte in so kurzer Zeit nicht zu leisten war, verschob man den Beginn des Ausbaus auf Ostern 1902. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Obersekunda mit 14 Schülern eröffnet. Gleichzeitig trat Rektor Breuer in den Ruhestand und Dr. Karl Giesen übernahm die Leitung der Anstalt. Er war der erste Laie, der der Wipperfürther höheren Schule vorstand.

 

 

Die Abschlussklasse (Sekunda) 1887 mit dem Lehrerkollegium, in der Mitte Rektor Breuer

Im Frühjahr 1902 begann auch der große Umbau des ehemaligen Klostergebäudes. Das Gefängnis zog an die Lenneper Straße um. Aus der Nachbarschaft zwischen den Gefangenen und den Schülern hatten sich immer wieder Schwierigkeiten ergeben, und zwischen Rektor Breuer und dem Gefängniswärter Wittig mit seiner Familie hatte ein jahrelanger Kleinkrieg geherrscht. Die Elementarschule für Jungen bezog ein neues Gebäude an der Lüdenscheider Straße. So gewann man Platz für die Einrichtung neuer Klassenzimmer, einiger Sammlungsräume, einer Bibliothek, eines Physiksaals mit Vorbereitungsraum, eines Amtszimmers für den Direktor, einer Aula, eines Zeichensaals und eines Lehrerzimmers. Zur gründlichen Renovierung des historischen Gebäudes gehörte auch der Einbau einer Zentralheizung. Die Umbauarbeiten kosteten die Stadt 65.000 Mark.

Der Ausbau der Anstalt zum Vollgymnasium zog Schüler aus der näheren und weiteren Umgebung an, so dass die Schülerzahl von 87 im Schuljahr 1901/02 auf 139 im Winter 1904 stieg. Erheblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Zusammenarbeit mit dem Progymnasium in Neunkirchen an der Sieg, dessen Kuratorium unter Pfarrer Schaaf das am Markt gelegene Volbachsche Haus (1783 von Johann Reinshagen erbaut, ab 1934 „Karl-Joseph-Haus“, heute „Haus am Markt“) ankaufte und 1903 zur Einrichtung eines Gymnasial-Internats umbauen und erweitern ließ. Ab Ostern 1904 konnten die Schüler aus Neunkirchen im „St. Antonius-Konvikt“, das von einem Geistlichen geleitet und von Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus Olpe betreut wurde, wohnen, um in Wipperfürth ihre Studien fortzusetzen. Dass die „Zucht“ in diesem Internat nach heutigen Maßstäben äußerst streng war, beweist ein ausführlich dokumentierter Disziplinarfall; ein Schüler, der im Schlafsaal pubertäre Witzchen verbreitet hatte, wurde der Anstalt verwiesen.

Nach einer Revision im Oktober 1904 genehmigte das Ministerium die Abhaltung der ersten Reifeprüfung; die schriftliche fand vom 19. bis 24. Januar 1905, die mündliche am 15. Februar statt. Sämtliche neun Oberprimaner – auch die Prima war inzwischen geteilt worden – konnten dem Minister zur Erteilung des Reifezeugnisses vorgeschlagen werden. Nach diesem erfreulichen Ergebnis wurde das bisherige Progymnasium durch Erlass vom 11. März 1905 als Gymnasium anerkannt. Am 3. April wurden diese „Erhebung“, die Entlassung der ersten Abiturienten und die 75-Jahr-Feier der Anstalt in der Aula festlich begangen.

 

 

 

Die ersten Abiturienten mit Rektor Dr. Giesen

Bis 1910 stieg die Schülerzahl auf 198. Im folgenden Jahr wurde Dr. Giesen an das Kgl. Gymnasium in Siegburg berufen. Professor Raab leitete die Schule kommissarisch, bis im April 1912 Johannes Lipphausen als neuer Direktor eingeführt wurde. Ein Bilddokument aus dieser Zeit gibt einen Einblick in die Freizeitaktivitäten der Schüler; es handelt sich um eine Ansichtskarte, auf der sich der Fußballclub des Konviktes dem Fotografen präsentiert. Es war damals noch gar nicht lange her, dass Fußball offiziell als „Proletensport“ und eines humanistisch Gebildeten unwürdig galt, was – mündlicher Überlieferung zufolge – die Wipperfürther Schüler aber auch nicht von ihrer Betätigung abgehalten hatte; allerdings gab es immer einen Beobachtungsposten, der Alarm schlagen musste, wenn sich eine Lehrperson auf ihrem Kontrollgang dem „Spielfeld“ näherte.

 

 

Fußballclub des Konvikts, 1910

Dass zu den „Freizeitaktivitäten“ auch der streng verbotene Wirtshausbesuch gehörte, zeigen nicht nur die Disziplinarakten[4], sondern auch ein Briefwechsel zwischen dem Landrat und einer Wipperfürther Gastwirtin, den Hans Kraus in der Festschrift von 1980 veröffentlicht hat. Der Landrat droht der Wirtin mit dem Entzug der Konzession, falls sie noch einmal Schülern den Aufenthalt in ihrer Wirtschaft gestatte, worauf diese sich höflich für das Schreiben bedankt und ihre Unschuld beteuert; schließlich hätten die „Jungens“ keine Kappen getragen. Wenn der Landrat dafür sorge, dass die Schüler beim Ausgang ihre Kappen aufhätten, so wolle sie versprechen, „daß das bei mir nie wieder vorkommt“.

 

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verdüsterte sich das Bild. Der Wandel in der Stimmungslage lässt sich auch an den Ansichtskarten ablesen, die alljährlich von Schülerverbindungen für die Abiturienten und die „Einjährigen“ herausgegeben wurden; die Idylle weicht martialisch-vaterländischem Gepränge. Für die Oberprimaner, die eigentlich erst im Frühjahr 1915 die Schule hätten verlassen sollen, wurde die Reifeprüfung wegen der Einberufung auf den August 1914 vorgezogen. Von diesen 34 „Kriegsabiturienten“ fielen sieben. Ein Unterprimaner, acht Obersekundaner und fünf Schüler der Untersekunda verließen die Schule, um ins Heer einzutreten; ein Obersekundaner fiel bereits 1914. Insgesamt starben 27 Schüler und ein Referendar.

Auch bei der Entwicklung der Schülerzahlen brachte der Weltkrieg einen deutlichen Einschnitt mit sich; während 1914 mit 193 Schülern der bisherige Höchststand erreicht worden war, sank ihre Zahl bis 1920 auf 160. In diesem Jahr übernahm Direktor Lipphausen die Leitung des Gymnasiums in Mülheim am Rhein. Sein Nachfolger wurde Stephan Ley, der Direktor des Gymnasiums in Boppard gewesen, 1919 aber von der französischen Besatzung ausgewiesen worden war. Während der so genannten Ruhrbesetzung waren in den Jahren 1923 und 1924 auch in Wipperfürth französische Soldaten stationiert und nahmen einen Teil der unteren Räume des Gymnasiums in Anspruch.

Seit Herbst 1923 besuchten auch einzelne Mädchen das Jungengymnasium; 1929 ist die erste Abiturientin verzeichnet, der bis 1935 vier weitere folgten. Aus den zwanziger Jahren gibt es einige Nachrichten über „Vereinigungen“, in denen die Schüler sich, ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend, betätigen konnten. Neben dem „Gymnasial-Sportverein 1920“, der das Erbe des im Weltkrieg eingegangenen Fußballclubs angetreten hatte, gab es mehrere „Kränzchen“ – wir sprechen heute nüchterner von AGs –, ein musikalisches, ein literarisches, eins für katholische Schüler, in dem die Berufsberatung einen Schwerpunkt bildete, und einen Bibelkreis für evangelische. 1926 wurde Direktor Ley Schulleiter in Linz. Ihm folgte Dr. Hubert Kreiten, der in seiner Amtszeit einerseits die Jahrhundertfeier der Anstalt ausrichten konnte[5], zum anderen aber, wie schon sein Vorgänger, mit Entwicklungen konfrontiert war, die ihr Weiterbestehen ernstlich in Frage stellen konnten.

 

Zum einen waren dies die Bestrebungen, im Gebäude des 1924 aufgelösten Lehrerseminars an der Lüdenscheider Straße eine Staatliche Oberrealschule in Aufbauform einzurichten, die mit der Untertertia beginnen sollte. Eine solche Schule konnte eine ernsthafte Konkurrenz für das Gymnasium bedeuten. Der „Verein zur Förderung des Höheren Studiums“, dem das Neunkirchener Progymnasium mitsamt dem Wipperfürther Konvikt unterstand, stufte sie als so existenzbedrohend ein, dass er damit drohte, sich bei deren Zustandekommen nach einer Verbindung mit einem anderen Gymnasium umzusehen. Da die Neunkirchener Anstalt humanistisch ausgerichtet sei, sei es ausgeschlossen, dass die von dort kommenden Schüler der Oberrealschule zugeführt würden. Trotzdem wurde im Oktober 1924 die Gründung der neuen Schule beschlossen; Ostern 1925 nahm als erste Klasse die Untertertia mit 31 Jungen und 6 Mädchen den Unterricht auf. In den folgenden Jahren ging die Schülerzahl des Gymnasiums zurück.

Eine weitere Gefahr für sein Fortbestehen ergab sich aus der schlechten Wirtschaftslage, die es der Stadt fast unmöglich machte, weiter für die Kosten aufzukommen. Dabei kam verschärfend der Umstand hinzu, dass von 1918 bis 1925 der staatliche Anteil an der Finanzierung von 52% auf unter 20% sank, während der der Stadt im selben Zeitraum von 34% auf 70% anstieg. Den Erhalt des Gymnasiums sah die Stadt allein durch eine Verstaatlichung gewährleistet, an der der Staat aber nicht interessiert war. In einer Eingabe von 1925 wies die Stadtverwaltung mit Nachdruck darauf hin, dass ein humanistisches Gymnasium in Wipperfürth eine Notwendigkeit darstelle, da „unter sämtlichen Höheren Lehranstalten der angrenzenden Kreise Gummersbach, Altena, Lüdenscheid, Lennep und Mülheim (Land) und der nahen Großstadt Remscheid keine einzige Vollanstalt mit humanistischem Lehrplan“ und die nächste derartige Anstalt für das Oberbergische in Barmen bzw. Elberfeld sei. „Deshalb beantragt die Stadt, daß der Staat das städtische Gymnasium, das eine Pflanzstätte der Wissenschaft für ärmere Schüler ländlicher Kreise der ganzen Rheinprovinz ist, übernehmen möge, um es zu erhalten, wozu die wirtschaftlich völlig darniederliegende Stadt Wipperfürth nicht länger imstande ist. Selbstverständlich ist die Stadt bereit, für das Gymnasium nach allen ihren Kräften auch weiterhin Opfer zu bringen.“ Möglicherweise steckte hinter Bürgermeister Fröhlichs Einsatz für die Gründung der Staatlichen Oberrealschule politisches Kalkül, denn die Eingabe enthält den folgenden Vorschlag: „Vielleicht wäre ein geeigneter Weg, auf welchem der Staat das alte und notwendige Gymnasium erhalten und übernehmen könnte, daß er das Gymnasium und die im Entstehen begriffene Aufbauschule zu einer staatlichen Doppelanstalt vereinigte. Dadurch würde sich der Vorteil ergeben, daß die persönlichen und sachlichen Kosten kleiner würden. Für die etwa notwendig werdenden baulichen Veränderungen wäre die Stadt zu größtem Entgegenkommen bereit.“ Die Verstaatlichung kam erst 1937 zustande, 1931 wurde jedoch der zuletzt zitierte Vorschlag insoweit verwirklicht, als beide Schulen, das städtische Gymnasium und die staatliche Oberrealschule in Aufbauform, unter einem Dach und einem Direktor, aber mit je eigenem Kollegium zusammengefasst wurden. Die Leitung übernahm Dr. Ernst Lotz; Dr. Kreiten wurde Direktor in Münstereifel.

Nach 101 Jahren zog also das Gymnasium aus dem altehrwürdigen Klostergebäude aus und nahm seinen Sitz im ehemaligen Seminargebäude an der Lüdenscheider Straße, dessen Klassentrakt durch einen Anbau verlängert wurde, der u. a. die Physikräume beherbergte und von den Schülern den Spitznamen „Zigarrenkiste“ erhielt. Die Oberrealschule wurde schon 1934 wegen ihrer geringen Frequenz aufgelöst. Im Schuljahr 1933/34 wurde auch das Konvikt geschlossen, in dem zuletzt nur noch 22 Schüler untergebracht gewesen waren.

Am 1. August 1933 wurde Dr. Lotz von den Nationalsozialisten nach § 4 des Berufsbeamtengesetzes abgesetzt[6]; er war nach dem Krieg für kurze Zeit Kultusminister von Rheinland-Pfalz. Zunächst leitete Oberstudienrat Latz die Anstalt, ab 1937 dann Dr. Albert Kobusch. In diesem Jahr wurde das Gymnasium im Zuge einer Schulreform in eine Staatliche Oberschule für Jungen in Aufbauform umgewandelt. Die Stadt hatte sich an den Kosten mit 15.000 Mark zu beteiligen. Die Schule war nun nicht mehr humanistisch, sondern neusprachlich orientiert und umfasste die Klassen 3 bis 8 (Quarta bis Unterprima); die 9. Klasse fiel infolge der zur Reform gehörenden Schulzeitverkürzung weg. So standen die Schüler früher für Arbeitsdienst und Militär zur Verfügung.

 

 

 

Um 1938

Der Zweite Weltkrieg hatte ganz erhebliche Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Da waren zunächst die räumlichen Verhältnisse. 1939 und 1940 mussten verschiedene Truppenteile zeitweise im Untergeschoss des Schulgebäudes und in der Turnhalle untergebracht werden. Im Juni 1943 begann die Belegung durch Bombengeschädigte aus Köln. Allein nach der Bombardierung Kölns am 29. Juni 1943 waren 450 Opfer zu versorgen; insgesamt waren es mehr als 2.250 Menschen, die zum Teil mehrere Monate in den Schul­räumen blieben. Der Direktor und sein Stellvertreter wurden als Leiter dieses Massenquartiers eingesetzt. Nach der Zerstörung Mülheims am 29. Oktober 1944 musste der Unterricht bis zum 8. November ganz ausfallen, da die gesamte Schule mit Ausgebombten belegt war. Kurz zuvor waren aus Nordfrankreich und Belgien geflüchtete Eisenbahner aufgenommen worden. Verschärft wurden die Raumprobleme dadurch, dass viele der Bombengeschädigten ihre Kinder zur Aufnahme in die Schule anmeldeten, so dass die Klassen überfüllt waren. Seit Juli 1943 war im Erdgeschoss auch das Krankenlager für die an den Talsperren liegenden Flakeinheiten untergebracht. Von Herbst 1944 bis Ende März 1945 beanspruchte ein flämischer Widerstandssender die meisten Räume der Schule. Anfang März zog ein Feldlazarett ein, das nach Abzug des Senders sämtliche Räume belegte; auf das Dach des Schulgebäudes wurden große rote Kreuze gemalt.

Auch personell war die Schule von den Kriegsereignissen stark betroffen. Ab Juli 1943 wurden 16- und 17-jährige Schüler als Flakhelfer eingezogen, die in der Regel an der Neyetalsperre ihren Dienst leisteten; sie konnten nur begrenzt am Unterricht teilnehmen. Von der Flak aus ging es unmittelbar zum Arbeitsdienst. Die letzten Flakhelfer holte man am 31. Januar 1945 zum Militärdienst. Stark eingebunden waren die Schülerinnen und Schüler in die Betreuung der Ausgebombten. Einige Lehrer wurden zur Wehrmacht eingezogen, andere mussten im Herbst 1944 zum Westwalleinsatz; Dr. Kobusch kehrte erst im Januar 1945 an die Schule zurück. Zwei Lehrer und mindestens 70 Schüler des Gymnasiums verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben.

Gravierende Auswirkungen auf den Schulbetrieb hatte auch die Bedrohung durch feindliche Flieger, die im Juni 1940 einsetzte. Nach nächtlichem Fliegeralarm begann der Unterricht eine Zeit lang erst um 9.35 Uhr bzw. um 10.45 Uhr; die Dauer der Schulstunden wurde auf 35 Minuten reduziert. Vom 16. Februar bis 9. März 1942 fand außer für die Abschlussklasse nur zweimal pro Woche für vier Stunden Unterricht statt. Ab Januar 1945 ging der Schulbesuch stark zurück, da die öffentlichen Verkehrsmittel wegen Tieffliegergefahr immer unregelmäßiger eingesetzt wurden; hinzu kam die Behinderung durch starke Schneefälle. In der zweiten Januarhälfte waren höchstens noch 30% der Schüler anwesend. Anfang Februar fielen Bomben auf das Bahnhofsgelände, so dass der Zugverkehr für einige Zeit ganz ausfiel. Am 13. März 1945 kam eine Schülerin der 3. Klasse (Quarta) gemeinsam mit ihrer Mutter bei einem Bombenabwurf an der Bahnstraße ums Leben. Ende März hatten die Tieffliegerangriffe ein Ausmaß erreicht, dass man den Unterricht ganz einstellen musste. Das Schulgebäude verlor am 6. Februar 1945 sämtliche Fensterscheiben der Vorderseite, als auf den Bahngleisen hinter den gegenüber liegenden Häusern eine Bombe einschlug. Am 24. März fiel ein von einem Tiefflieger abgeworfener Benzinkanister neben den Wohnflügel; im letzten Augenblick gelang es einigen Bewohnern, unterstützt von mehreren in der Turnhalle untergebrachten Flüchtlingen, einen Brand des Gebäudes zu verhindern. Der Dachstuhl des Wohnflügels wurde in der Nacht vor dem Einmarsch der Amerikaner am 13. April durch ein Artilleriegeschoss erheblich beschädigt.

Das Lazarett unterstand nun einem amerikanischen Stabsarzt; die Insassen galten als Kriegsgefangene, wurden aber nach und nach entlassen. Die nachrückenden Patienten waren russische Zwangsarbeiter; für ihre Unterbringung beschlagnahmte man auch die Lehrerwohnungen. Erst Anfang August wurde das Schulgebäude wieder freigegeben. Mitte November traf in Wipperfürth die Genehmigung der Militärregierung zur Wiederaufnahme des Unterrichts ein. Gleichzeitig wurde das Gebäude aber für die so genannte Rheinländer-Rückführungsaktion beschlagnahmt, so dass zunächst nur in einem „Kriegskursus für heimgekehrte Schüler“ und in der 7. Klasse (Obersekunda) unterrichtet werden konnte. Erst am 15. Januar wurde der Schulbetrieb wieder für alle Klassen (3 bis 8) aufgenommen, die meisten waren allerdings in Noträumen des ehemaligen Klosters untergebracht. Das Schulgebäude wurde erst 1950 ganz frei; bis dahin diente es Flüchtlingen aus Schlesien als Durchgangslager.

Im Dezember 1945 über­nahm Dr. Rudolf Schuler, der von den Nationalsozialisten 1933 als Studienrat in Leverkusen „wegen natio-naler Unzuverlässigkeit“ ent-lassen worden und von 1936 bis 1939 Dozent in Liverpool gewesen war, die Leitung der Schule; im Oktober 1946 wurde er zum Oberstudien­direktor ernannt. Im Februar 1946 begann, gestiftet von der Militärregierung, die „Schulspeisung“. Im Mai fand nach einem Halbjahreslehrgang das erste Nachkriegsabitur statt. Auch in den Schuljahren 1946/47 und 1947/48 führte ein Sonderlehrgang zum Abitur. 1948 wurde wieder eine reguläre Unterprima eingerichtet.

Am 22. März 1950 sprachen sich die Teilnehmer an einer Elternversammlung im Radiumsaal, bei der Dr. Schuler über das „Gutachten zur Schulreform vom November 1949 in Fredeburg und seine Auswirkungen auf das Gymnasium Wipperfürth“ sprach, einstimmig für die Beibehaltung der inzwischen wieder siebenjährigen Aufbauschule und gegen den sechsjährigen Kurs aus; auch die eventuelle Einführung des grundständigen neunjährigen Gymnasiums an Stelle der Aufbauform wurde befürwortet. Für diese Änderung setzte sich in der Folgezeit auch der am 15. September 1951 gegründete „Verein ehemaliger Lehrer und Schüler des Gymnasiums zu Wipperfürth“ ein. Ebenfalls 1950 stand die Renovierung des durch die jahrelangen Belegungen arg mitgenommenen Schulgebäudes an. Das Unterhaus mietete die Stadt, um hier sechs Klassen der Evangelischen Volksschule unterzubringen.

 

Nachdem Ostern 1952 erstmals wieder eine Sexta und eine Quinta eingerichtet worden waren, erfolgte im Schuljahr 1953/54 offiziell die Umformung zu einem grundständigen neusprachlichen Gymnasium, das jetzt von 306 Schülerinnen und Schülern besucht wurde. Für die Sexta lagen so viele Anmeldungen vor, dass sie nicht alle berücksichtigt werden konnten. 1954 wurden die Untertertia und 1955 – trotz Aufnahmeprüfung – auch die Sexta und zusätzlich die neue Untertertia zweizügig, so dass die Schule jetzt zwölf Klassen hatte.

 

 

Abiturientia 1953 mit Lehrerkollegium

Vor 50 Jahren:  „Engelbert-von-Berg-Gymnasium“

Im Jubiläumsjahr 1955 hatte die Anstalt bereits 352 Schüler, davon waren 36 Mädchen. Das 125-jährige Bestehen der Schule wurde vom 23. bis zum 27. September 1955 gefeiert.[7] Bereits am 25. Juni hatte sie den Namen „Engelbert-von-Berg-Gymnasium – Staatliches neusprachliches Gymnasium“ erhalten[8]; die Namengebung soll auf einen Vorschlag von Dr. Peter Bode, dem Vorsitzenden des „Ehemaligenvereins“, zurückgehen.

 

Das Kollegium im Jubiläumsjahr 1955; sitzend Dritter von rechts: Dr. Rudolf Schuler, stehend ganz rechts: der spätere stellvertretende Schulleiter Fritz Peyinghaus; stehend Fünfter von links: der spätere stellvertretende Schulleiter Wilhelm Klein, rechts neben ihm der stellvertretende Schulleiter Dr. Herbert Hiddemann

1957 trat Dr. Schuler in den Ruhestand. Das Gymnasium wurde kommissarisch von Dr. Herbert Hiddemann geleitet, bevor 1958 Dr. Ewald Pees als neuer Schulleiter eingesetzt wurde, der in den sechziger Jahren noch einmal die Räumlichkeiten renovieren ließ. Ebenfalls 1957 zog die Evangelische Volksschule aus; erstmals seit den Jahren 1934 bis 1939 verfügte die Schule über sämtliche Räume des ehemaligen Seminargebäudes, das aber schon bald zu klein werden sollte. Im Schuljahr 1959/60 existierten 15 Klassen – erstmalig war die Oberprima zweizügig –, im Schuljahr 1961/62 waren es bereits 17. Am 18. Februar 1962 erhielt die Schule die Erlaubnis, einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig anzugliedern. 1965 entfiel die Aufnahmeprüfung für die Sextaner. Beides wird dazu beigetragen haben, dass in diesem Jahr 18 Klassen mit insgesamt 514 Schülern (davon immer noch erst 56 Mädchen) unterzubringen waren. Zwei Pavillons, die auf dem unteren Schulhof neben dem Turnhallenflügel aufgebaut wurden, brachten keine durchgreifende Entlastung.

 

Bereits 1961 hatte die Schule einen Anbau an ihr Gebäude beantragt. 1963 genehmigte das Land nach langen Verhandlungen das Raumangebot für die Erweiterung. Statt eines Anbaus kam jetzt ein Neubau für eine durchgehend zweizügige Schule ins Gespräch. 1965 entschloss sich die Behörde, „einen totalen Neubau zu erstellen mit dem Endziel, den Altbau niederzulegen“.Im folgenden Jahr wurden ein Modell und die Pläne vorgestellt, die aber 1968 wegen der laufend steigenden Schülerzahlen schon wieder Makulatur waren; jetzt sprach man von einer dreizügigen Schule. Trotzdem begannen im August die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des Neubaus nach den Plänen von 1966. Auf dem Gelände der ehemaligen Lehrergärten entstand ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Trakt, der im Januar 1971 bezogen und im folgenden Oktober mit einem Schulfest eingeweiht wurde. An die Stelle des Parks trat ein Kleinsportfeld. 1968 legte das Hochbauamt einen Plan für eine neue Einfachturnhalle vor. Die Schule erhob Einspruch und erreichte, dass der Bau einer Doppelturnhalle bewilligt wurde. Sie wurde 1973/74 errichtet und im Sommer 1975 wieder mit einem großen Fest eingeweiht.

 

 

Kollegium 1974

1966 war Dr. Pees in den Ruhestand getreten; Fritz Peyinghaus wurde kommissarischer Schulleiter. 1967 trat Herbert Knauf sein Amt als Direktor an.[9] In den Jahren 1966/67 wurde der Beginn des Schuljahres wieder von Ostern auf den Herbst verlegt; die Schüler absolvierten zwei „Kurzschuljahre“. 1973/74 trat dann die Oberstufenreform in Kraft, die zu einer Auflösung der Klassenverbände in der Oberstufe führte.

Mit dem 1. Januar 1974 wurde das Wipperfürther Gymnasium nach 37 Jahren gemäß dem Gesetz vom 6. November 1973 über die Kommunalisierung der staatlichen Schulen wieder städtisch. Damit verbunden war die Zusicherung des Landes, den Altbau der Schule durch einen Neubau zu ersetzen; dessen Raumprogramm wurde am 30. September 1974 durch den Kultusminister genehmigt. Erst 1977 folgte die Genehmigung der Baupläne für ein dreizügiges Gymnasium durch den Regierungspräsidenten. Diese sahen den Abbruch des stilvollen Seminargebäudes von 1910/11 vor, an dessen Stelle eine Gymnastikhalle und eine Hausmeisterwohnung entstehen sollten. Gegen die geplante Zerstörung erhob sich Widerspruch bei Schülern, Lehrern und Ehemaligen, und es bildete sich eine Bürgerinitiative, deren Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Wipperfürth zunächst gänzlich ungelegen kam, da sie fürchten musste, dass das Land sich veranlasst sehen könnte, den Neubau zu verschieben oder gar in Frage zu stellen.[10] Der am 6. Dezember 1978 feierlich vorgenommene „erste Spatenstich“, der mit der Verabschiedung des aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand tretenden Schulleiters Herbert Knauf verbunden war, sollte wohl auch ein Signal für die Unumkehrbarkeit des Bauvorhabens sein.

 

Zeichnung von Josef Offergeld (Aachen), um 1918

1978/79 war Wilhelm Klein, der bereits seit 1954 an der Schule unterrichtete, ihr kommissarischer Leiter. Am 15. Dezember 1979 wurde Dr. Willibald Voigt in sein Amt eingeführt[11], auf den mit der Vorbereitung der 150-Jahr-Feier des Gymnasiums und der Organisation des Schulbetriebs in der am 5. Mai 1980 beginnenden Bauphase gleich zwei große Aufgaben zukamen. Im Jubiläumsjahr hatte die Schule 880 Schülerinnen und Schüler. Das Schulfest im Herbst[12], mit dem dieser Rückblick enden soll, stand nicht zuletzt im Zeichen des Einsatzes für den Erhalt des „EvB-Altbaus“. Am Erfolg dieser Bemühungen haben viele Personen und Institutionen Anteil, nicht zuletzt Herr Dr. Voigt, der hier, nachdem der Neubau gesichert war, ganz klar Stellung bezog, und Herr Adalbert Tix von der Stadtverwaltung; vor allem aber ist die Rettung des Baudenkmals dem ehemaligen Schüler Hermann Haeck (Abitur 1936) zu verdanken, der mit seinem klugen Finanzierungskonzept und seiner Bereitschaft, eine große Summe aus seinem Privatvermögen für die Restaurierung zur Verfügung zu stellen, die Entscheidungsträger überzeugen konnte.

Erich Kahl

 

Ausgewählte Literatur

Büchel, Josef: Wichtige Daten aus der Geschichte unserer Schule, in: Festschrift

zum 150-jährigen Bestehen des Städtischen Engelbert-von-Berg-Gymnasiums Wipperfürth, Wipperfürth 1980, S. 29-38.

Engel, Paul: Geschichte des Staatlichen Gymnasiums Wipperfürth, in: Festschrift

                     zum 125-jährigen Bestehen des Staatlichen Gymnasiums Wipperfürth

                     (Engelbert-von-Berg-Gymnasium), Wipperfürth 1955, S. 7-42.

Hahn, Otto: Geschichte des Gymnasiums Wipperfürth, in: Festschrift zum

                     100jährigen Bestehen des Gymnasiums Wipperfürth (Beilage zum

                     Bergischen Kurier), 1930, S. 3-7.

Kraus, Hans: Unsere „Studentenschuhl“ im Spiegel der Akten des ehemaligen

                     Kreises Wipperfürth, in: Festschrift zum 150-jährigen Bestehen des

                     Städtischen Engelbert-von-Berg-Gymnasiums Wipperfürth, Wipperfürth

                     1980, S. 65-72.

Opladen, Peter: Das Dekanat Wipperfürth, Siegburg 1955, S. 413-460.

Schmitz, Conrad: Die Geschichte der Stadt Wipperfürth, Wipperfürth 1910,

                     S. 96-103.

Schmitz, Conrad: Geschichte der Stadt Wipperfürth bis 1928, hg. v. Wilhelm

                     Zimmermann, Wipperfürth 1992, S. 40-47.

Senger, Hans Gerhard: Die ersten Studenten aus Wipperfürth an der alten Kölner

                     Universität (1392–1550), in: Festschrift zum 150-jährigen Bestehen des

                     Städtischen Engelbert-von-Berg-Gymnasiums Wipperfürth, Wipperfürth

                     1980, S. 19-26.

Zimmermann, Wilhelm: Die Franziskaner in Wipperfürth und der Beginn der

                     gymnasialen Bildung im Bergischen, hg. v. Heimat- und Geschichtsverein

                     Wipperfürth e.V., Wipperfürth 2001.

 

Bildnachweis

Archiv des Engelbert-von-Berg-Gymnasiums Wipperfürth (26 Bilder)

Sammlung Kahl (15 Bilder)

Bildarchiv des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth e.V. (5 Bilder)

Dietz, Burkhard (Hg.): Erich Philipp Ploennies, Topographia Ducatus Montani (1715),

                 Neustadt a.d. Aich 1988, Teil 1 (2 Bilder)

Kraus, Hans: „Die Stadt Wupperfuhrt“, Bilder aus der Vergangenheit für die Zukunft, Meinerzhagen1977 (1 Bild)

Schleicher, Herbert M. (Hg.): Die Genealogisch-Heraldische Sammlung des

                     Kanonikus Johann Gabriel von der Ketten in Köln, Bd. 1, Köln 1983 (1

                     Bild)

Zimmermann, Wilhelm: Die Franziskaner in Wipperfürth und der Beginn der

                     gymnasialen Bildung im Bergischen, hg. v. Heimat- und Geschichtsverein

                     Wipperfürth e.V., Wipperfürth 2001 (1 Bild)



[1]       Dem interessierten Leser sei die wesentlich ausführlichere Darstellung von Wilhelm Zimmermann

        empfohlen; siehe Literaturverzeichnis.

[2]       Auch zu diesem Themenkomplex findet sich Genaueres bei Wilhelm Zimmermann.

[3]       Näheres im Artikel von Josef Büchel („Bei dem warmen Interesse ...“) in dieser Festschrift.

[4]       Näheres dazu im Artikel von Josef Büchel („Auf Abwege geraten ...“) in dieser Festschrift.

[5]       Näheres dazu im Artikel von Josef Büchel („Schuljubiläen ...“) in dieser Festschrift.

[6]       Näheres hierzu und zum Schulalltag in den dreißiger Jahren ist nachzulesen in den Artikeln der Zeitzeugen

        Rolf Hardenbicker („Die inhumanen Jahre ...“) und  Wilhelm Zimmermann („Erinnerungen ...“) in dieser

        Festschrift.

[7]       Näheres dazu im Artikel von Josef Büchel („Schuljubiläen ...“) in dieser Festschrift.

[8]       Zur Person Engelberts von Berg und zur Geschichte der Engelbert-Rezeption siehe den Artikel von Erich

        Kahl („Die Stadt Wipperfürth ...“) in dieser Festschrift.

[9]       Siehe den Artikel von Josef Büchel („Herbert Knauf“) in dieser Festschrift.

[10]     Siehe auch den Artikel von Rolf Hardenbicker („Schulgeschichte ...“) in dieser Festschrift.

[11]     Siehe den Artikel von Josef Büchel („Dr. Willibald Voigt“) in dieser Festschrift.

[12]     Näheres dazu im Artikel von Josef Büchel („Schuljubiläen ...“) in dieser Festschrift.