Erasmus+ Austausch mit Alicante: Demokratie erleben und gestalten

Geschrieben von Sofia Sachinidou.

Vom 29.11.2025 bis zum 05.12.2025 fand im Rahmen des Erasmus+ Programms ein Schüler:innenaustausch zwischen dem EvB-Gymnasium und einer Partnerschule IES Cabo de la Huerta aus Alicante statt. Schüler:innen der EF und Q1 arbeiteten gemeinsam an einem Projekt zur Demokratieentwicklung nach den Diktaturen unter Hitler in Deutschland und Franco in Spanien. 
Die Organisation des Austauschs erfolgte in Zusammenarbeit zwischen den Spanischlehrerinnen Annika Erlenkötter und Sofia Sachinidou und der Erasmus+-Beauftragten Eva Haldenwang. 

Ankommen und interkulturelles Lernen

Nach der Ankunft in Deutschland wurden die spanischen Schüler:innen herzlich von ihren Gastfamilien aufgenommen. 
Das erste gemeinsame Gruppentreffen der deutschen und spanischen Schüler:innen fand am Sonntagabend beim Adventstreff in Wipperfürth statt. In dieser vorweihnachtlichen Atmosphäre bot sich die Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen. Im Rahmen einer Weihnachtsmarkt-Rallye setzten sich die Teilnehmenden kreativ mit ihrer neuen Umgebung auseinander und konnten sich dabei auf spielerische und zugleich ungezwungene Weise näher kennenlernen. 
Eine Begrüßungsveranstaltung sowie ein Vortrag zum Thema „Menschenrechte und Demokratisierung nach Diktaturen“ bildeten am Montag den Auftakt der Projektwoche. 
Bereits hier wurde deutlich: Der Austausch verbindet historisch-politische Bildung mit interkulturellem Lernen und fördert die Anwendung der Fremdsprachen im authentischen Kontext. 
Am Nachmittag bot ein gemeinsamer Besuch in der T2 Kletterhalle in Lindlar eine besondere Gelegenheit, Vertrauen und Teamfähigkeit zu stärken. In gemischten Gruppen unterstützten sich die Schüler:innen gegenseitig, überwanden persönliche Grenzen und erlebten, wie wichtig Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortung sind. Diese Erfahrungen lassen sich auch im übertragenen Sinne auf demokratische Prozesse beziehen, die auf Beteiligung, Vertrauen und dem Mut zur aktiven Mitgestaltung beruhen.

Projektarbeit: Kunst trifft Demokratie

Im Zentrum der Woche stand ein künstlerisches Gemeinschaftsprojekt, das von dem Künstler:innen-Ehepaar Johannes und Marina Kremer (Octagon) begleitet wurde. In internationalen Gruppen gestalteten die Schüler:innen ein großformatiges Graffiti-Wandbild, das sich mit gesellschaftlicher Vielfalt und demokratischen Werten auseinandersetzt.


Das Wandbild als Ausdruck demokratischer Vielfalt 

Das entstandene Wandbild stellt ein zentrales Ergebnis der Projektwoche dar. Zahlreiche bunte Hände und Figuren, die sich überlagern und in verschiedene Richtungen ausstrecken, symbolisieren eine vielfältige und pluralistische Gesellschaft. Gesten wie das Friedenszeichen stehen für Mitbestimmung, Freiheit und gegenseitigen Respekt. 
Die farbenreiche Gestaltung verweist auf die Vielfalt moderner Gesellschaften, während die integrierten Sterne im europäischen Kontext als Symbol für gemeinsame Werte wie Demokratie, Menschenrechte und Zusammenhalt gelesen werden können. Die dynamische Komposition verdeutlicht zudem, dass Demokratie ein aktiver und fortlaufender Prozess ist.

Lernen aus der Geschichte 

Im Haus der Geschichte in Bonn setzten sich die Schüler:innen mit der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Entwicklung demokratischer Strukturen auseinander. 
Der Vergleich mit der spanischen Geschichte unter Franco ermöglichte einen differenzierten Blick auf unterschiedliche Wege der Demokratisierung in Europa.

Präsentation, Abschied und nachhaltige Erfahrungen 

Am Ende der Woche präsentierten die Schüler:innen ihre Ergebnisse und reflektierten ihre Erfahrungen. 
Beim Abschied wurde deutlich, wie intensiv die gemeinsamen Tage erlebt wurden: Die entstandenen Beziehungen gingen über den schulischen Kontext hinaus und waren von großer gegenseitiger Offenheit und Wertschätzung geprägt. Ein gemeinsamer Ausklang beim Bowling in Wipperfürth sowie ein anschließendes Abschiedsessen in musikalischer Atmosphäre boten die Gelegenheit, die Woche in geselliger Runde Revue passieren zu lassen. 
Der Austausch hat somit nicht nur zur Erweiterung sprachlicher und fachlicher Kompetenzen beigetragen, sondern auch nachhaltige interkulturelle Erfahrungen ermöglicht. 
Es bleibt die Hoffnung, dass aus diesen Begegnungen Freundschaften entstehen, die über nationale Grenzen hinweg Bestand haben und das europäische Miteinander weiter stärken.

Ausblick: Gegenbesuch im März 2026 

Der Gegenbesuch der spanischen Gruppe ist bereits geplant und wird vom 21.03. bis zum 27.03.2026 stattfinden. Ziel ist es, die entstandenen Kontakte zu vertiefen und die gemeinsame Projektarbeit fortzuführen.